Neue Perspektiven für die RegionIm Großraum Bruck/Leitha – Neusiedl/See wurden abwasserwirtschaftliche Weichen gestellt und damit für die Region und ihre Bewohner bessere ökonomische  Entwicklungschancen geschaffen.

Rund 30 Kilometer südwestlich vom Wiener Flughafen Schwechat erstreckt sich ein Landstrich, dem man nicht ansieht, dass hier 1998 nach Rekordbauzeit ein umweltpolitisch beispielhaftes Projekt zu Ende gebracht wurde. Schauplatz ist das Gebiet zwischen den Ortschaften Reisenberg im Westen, Parndorf im Osten, Scharndorf im Norden und Neusiedl/See im Süden. In dieser Region gab es natürlich Kläranlagen, aber die Einrichtungen waren nach 20 Betriebsjahren technisch und baulich überaltert und zudem an ihren Kapazitätsgrenzen angelangt. Die modernen gesetzlichen Bestimmungen für die Abwasserreinigung ließen sich damit nicht mehr erfüllen. Besonders im Hinblick auf die weitere gewerbliche Entwicklung der Gegend und den ökologisch hochempfindlichen Neusiedler  See war Handlungsbedarf gegeben.

Gemeinsame Lösung

Anfang 1990 gaben das Amt der Burgenländischen und der Niederösterreichischen Landesregierung sowie der damalige Wasserwirtschaftsfond deshalb eine Studie in Auftrag, die klären sollte, wie die Abwasserentsorgung im Großraum Bruck/Leitha-Neusiedl/See in ökologischer und wirtschaftlicher Hinsicht neu geordnet werden konnte. 13 Gemeinden in zwei Bundesländern gehörten zum Gebiet der Studie. Nach umfangreichen Verhandlungen schlossen sich diese Gemeinden sowie zwei weitere Mitglieder im April 1993 zu einem Abwasserverband zusammen, um das Problem gemeinsam zu lösen.
 

Neue Strukturen der Abwasserwirtschaft

Die Studie ergab, dass eine zentrale Großkläranlage für die ganze Region ökologisch, technisch und wirtschaftlich die beste Lösung darstellt. In dieser zentralen Anlage am Standort Bruck/Leitha sollten die Abwässer gesammelt, gereinigt und dann in die Leitha abgeleitet werden. Mit der Planung des Klärwerks wurde eine Ziviltechnikergemeinschaft beauftragt. Sie bestand aus ZT-Büro, Dr. Lengyel, Wien, ZT-OEG DI. Bichler/DI. Kolbe, Eisenstadt und ZT-Büro Dr. Lang, Wiener Neustadt. Zur Planung der erforderlichen Abwassertransportkanäle wurde eine zweite Planungsgemeinschaft eingeschaltet. Ihr gehörten neben den bereits genannten Büros zusätzlich an: ZT-Büro DI. Arbeithuber/DI. Hinker Maria Enzersdorf, ZT-Büro Moucka & Partner, Wien und ZT-Büro DI. Tatzber, Mannersdorf.

 Im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung der Region sah die Planung eine Anlage vor, die Kanalisationsabwässer in der Größe von 165.000 Einwohnerwerten (EW) sowie eine Fäkalübernahme von weiteren 10.000 EW bewältigen kann. Das Projekt wurde 1994 planlich erstellt und wasserrechtlich bewilligt. Mit dem Bau wurde im Oktober 1995 begonnen. In der Zeit von Mitte 1997 bis Anfang 1998 nahm die Kläranlage gestaffelt ihren Betrieb auf. Im September 1998 erfolgte die Fertigstellung der Gesamtanlage in einer ersten Ausbaustufe für das Abwasser von rund 116.000 EW.